1950 - 1964


1950

Die Schule mit Lehrer Tschiggfrey wird mit 55 Kindern wieder einklassig.

 

Das bodenständige, kulturelle Leben beginnt sich wieder zu normalisieren. Der Männer-Gesangverein macht seinen ersten Vereinsausflug nach Heimbach-Weis an den Rhein.

 

 

stehend v.l.n.r.: Chorleiter Ubrig, Johann Steinebach, Erwin Kuhl, ?, Artur Jung, ?,?,?,Walter Sturm,?, Josef Kaiser, Waltraud Kaiser, Willi Schmidt, Alfred Klee, Artur Olberts, ?, Alois Ickenroth, Margret Ickenroth
kniend v.l.n.r.: Benno Zirfas, ?, Helmut Bender, Vinzens Hannappel, ?,?.

1951

Im Rahmen der durch die Landsiedlung Rheinland-Pfalz im Jahre 1951 durchgeführten Maßnahmen werden die Flächen des Schönberger Hofes, der Höfe Moritz oder Otterbach, soweit sie nicht aufgeforstet sind, den neu gegründeten beiden Aussiedlerhöfen zugemessen.

 

 

 

Im gleichen Jahr kommt als neuer Pfarrer Karl-Georg Löhr in die Pfarrei Kölbingen-Möllingen.

 

Nach den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit fand in Kölbingen im Westerwald Noribert Bertram seine zweite Heimat. Er war 1927 in Dresden geboren und kam als Vertriebener in den Westerwald.

In unendlicher Kleinarbeit forschte er in den Archiven und erstellte 1951 die erste Chronik für Kölbingen.

 

 

Die Verantwortlichen des MGV Frohsinn Kölbingen auf der Bestandserhebung 1951. Hier ist das Grundungsjahr mit 1949 angegeben. (Neugründung nach dem Kriege).

1952

Vor Ostern 1952 ruft das Jugendrotkreuz zu einer Eiersammlung auf. Die Kinder sammeln 240 Eier, kochen, färben sie und packen je 10 Stück in Kästchen. Auch kommt in jedes Kästchen ein Osterbild mit guten Wünschen. Die Eier werden mit dem Flugzeug nach Berlin gebracht und an Flüchtlingskinder verteilt.

 

Im Jahre 1952 fasste der damals 26 jährige Zimmermeister Berthold Höhn den Entschluss, sein Sägewerk und seinen Zimmerei-Betrieb bei der Handwerks-kammer Koblenz in die Handwerksrolle eintragen zu lassen.

Auf dem ehemaligen Dreschplatz der Gemeinde Kölbingen fand somit die Firma Höhn Ihren Ursprung.

 

 

Noch unter Bürgermeister Bender wird der Neubau einer zentralen Wasserversorgung für Kölbingen vorangetrieben. In seiner Sitzung am 11. Juni 1952 beschließt der Gemeinderat die Erdarbeiten zur Erfassung einer neuen Quelle an das Unternehmen Josef Schlag aus Herschbach zu vergeben.

 

Eine Neufassung erfolgt in der Rothwiese. Gleichzeitig wird auch die vorhandene "Klosterquelle" in die neue Versorgungsanlage mit einbezogen.

 

 

Im November verliert Bürgermeister Paul Bender die Bürgermeisterwahl. In geheimer Abstimmung erhält er 5 Stimmen. Sein Mitbewerber Johann Jung bringt es auf 6 Stimmen. Bei der Wahl des Beigeordneten fielen 6 Stimmen auf Peter Schäfer und 5 Stimmen auf Johann Bast. Bei der Wahl des 2. Beigeordneten siegte Johann Schneider mit 6 Stimmen gegen Johann Schäfer II mit 5 Stimmen.

 

Im Jahr 1952 lässt der damalige Pfarrgeistliche Georg Löhr Aufnahmen von der Pfarrkirche Kölbingen-Schönberg anfertigen, um das innere und äußere Aussehen des Gotteshauses, umrahmt von kirchlichen Attributen, der Nachwelt zu überliefern.

 

1953

Firmung 1953 in Schönberg

Weihbischof Walter Kampe hält H. Hannappel in seinen Armen

 

Am 17.9.1953 vergibt die Gemeinde Kölbingen die Maurerarbeiten für den Hochbehälter der zentralen Wasserversorgung. Das Unternehmen Richard Stahl aus Willmenrod erhält den Zuschlag.

 

 

Lehrer Bernd Ackva kommt nach Kölbingen. Die Schule ist wieder zweiklassig.

1954

Durch Goswin Reichert werden die ersten Weichen der Firmengruppe Reichert, mit der Aufstellung von 25 Automaten im Bereich der Spielstätten gestellt.

Die Firma expandierte schnell. Bald schon hat man einen eigenen Automatengroßhandel. Es folgen die ersten SPIEL-IN Casinos in Trier und ein eigenes TV-Spiel erobert den Markt. Heute gibt es SPIEL-IN Niederlassungen in der gesamten Bundesrepublik.

 

 

Schulbild mit Lehrer Ackva (vermutl. aus dem Jahre 1954)

 

 

Für die Kanalisationsarbeiten des ersten Bauabschnittes der Zentralen Wasserversorgung in Kölbingen erhält wiederum das Unternehmen Josef Schlag aus Herschbach den Zuschlag. Die Gemeinde Kölbingen nimmt ein Darlehen über 30 000,-- DM bei der Hessischen Landesbank, Niederlassung Mainz, auf.

 

 

Während der Verlegung der Wasserleitung und Kanalisation Anfang der 50er Jahre sind die Straßen in Kölbingen in einem sehr schlechten Zustand.

Deutlich kann man das sehen im Kreuzungsbereich Bergstraße / Mittelstraße / Hochstraße.

 

 

Das Bild zeigt (v.l.n.r.) G. Jung, Paul Wirsdörfer und Willi Wirsdörfer auf einem Traktor „Holder“ mit Kennzeichen der franz. Besatzungsmacht. Die Buchstaben „F“ u. „R“ stehen für „Französische Besatzungsmacht Rheinland-Pfalz“ und die Zahl 88 für den Zulassungsbezirk Westerburg. Diese Kennzeichen galten von 1945 bis 1956. Im Hintergrund rechts erkennt man den Gemüseschuppen von Ottmar Schäfer.

1955

In einer Sitzung am 17.5.1955 vergeben die Gemeindeväter den zweiten Bauabschnitt der zentralen Wasserleitung an die Baufirma Klaus Buchner aus Niederroßbach. Die Betonrohre für die Kanalisation liefert die Fa. Menk aus Westerburg.

Für die weitere Finanzierung muß erneut ein Kredit über 24 000,-- DM aufgenommen werden.

Im Herbst 1955 ist es soweit. Die Wasserleitung ist fertiggestellt. Der Ortsansässige Schmied Hubert Zirfas aus Möllingen wird als Rohrmeister für die neu erstellte Wasserleitung von der Gemeinde gegen Zahlung einer Aufwandsentschädigung eingesetzt.

 

"Wasserfest" aus Anlass der Fertigstellung der zentralen Wasserversorgung in Kölbingen.

Bäcker Gregor Kuch

1956

Nach dem Bau der Wasserleitung sind die Straßen in Kölbingen in einem sehr schlechten Zustand. Am 29. September 1956 beschließt der Gemeinderat den Ausbau der Dorfstraßen in Kölbingen und nimmt einen Kredit in Höhe von 45000 DM bei der KSK in Bad Marienberg auf. Den Zuschlag für die Bauarbeiten erhält das Tiefbauunternehmen Rauen in Wallmerod.

 

 

Schulbild aus dem Jahre 1956

v.l.n.r.: U. Kuch, H. Wörsdörfer, M. Wörsdörfer, G. Eulberg, B. Nöller, D. Fein,

A. Olberts, W. Gräf, H. Eulberg, J. Hebgen

 

 Nach 14 Jahren läuten In der Silvesternacht 1956/1957 zum ersten mal wieder 3 Glocken vom Kirchturm der Pfarrkirche in Schönberg. Zuletzt war nur eine Glocke vorhanden. Die beiden übrigen mussten im Krieg abgegeben werden. Die Anschaffung war durch Spenden der Pfarrkinder ermöglicht worden.

 

 

Gaststätte Klee

1957

Nach über 50-jähriger Vereinsgeschichte veranstaltet der MGV Frohsinn 1957 das erste Sängerfest.

 

Festumzug von Möllingen kommend:

In der vorderen Reihe v.l.n.r.:

Wendelin Kehr, Walter Mersteiner, Hans Zirfas, Chorleiter Ubrig

 

 

Festumzug in der Bergstraße:

v.l.n.r.:

Artur Olberts, Oswald Klee, Vinzens Hannappel, Eduard Tschiggfrey, Alois Ickenroth, Ewald Kuhl, Heinz Ubrig

 

Auf Initiative von Ewald Seifer gründet sich der Sportverein VfB Kölbingen-Möllingen. Bei der Gründungsversammlung im September 1957 bestimmt man die Farben Rot und Weiß zu den Vereinsfarben und wählt als Vereinslokal die Gaststätte Reichert in Möllingen. Im Gründungsjahr zählt der Verein 57 Mitglieder.

Vorläufer des neu gegründeten Vereins waren die Sportvereine Rot-Weiß Schönberg-Möllingen und Schwarz-Weiß Brandscheid.

 

1957 wird der Klassenraum der Oberstufe in der Kölbinger Schule neu hergerichtet.

 

Die Schlosserei Jung eröffnet in der Bergstraße in Kölbingen ihren Betrieb. Am 4. Juli 1956 hatte Artur Jung seine Meisterprüfung abgelegt. Fast exakt ein Jahr später, am 16. Juli 1957, wird sein Schlosserei-Betrieb durch die Eintragung in die Handwerksrolle der Handwerkskammer gegründet.

 

1957 gründet der Kaufmann Paul Isack in der Hauptstraße 17 von Kölbingen sein Geschäft "Lederwaren Isack".

1958

Das Leben hat sich wieder normalisiert. Jeder freut sich auf den Höhepunkt des Jahres, die Kirmes.

 

 

Neben den Familien Alfred und Oswald Klee sind rechts auf dem Bild Wilhelm Zirfas und Gerhard Krempel aus Westerburg zu sehen.

 

1959

Auf Pfarrer Löhr folgt Pfarrer Hans Willig.

 

In der Kirchenversammlung am 9. Juli 1959 wird Architekt Dipl. Ing. Harald Greiner aus Frankfurt mit den Planungsarbeiten zur Errichtung einer neuen Pfarrkirche in Möllingen beauftragt. Nach monatelangen stillen Überlegungen kann dann Anfang 1960 der Planungsentwurf der bischöflichen Behörde zur Entscheidung vorgelegt werden.

 

Frau Hessel mit Klasse 1959

 

Aufnahme aus dem Jahre 1959

Mädchenjahrgang 1944/1945

Ch. Reichert, Ch. Schmidt, R. Wirsdörfer, M. Bender, M. Höhn

 

1960

Der Schulausflug der Volksschule geht 1960 an den Rhein.  Nach einer Zwischenrast in Braubach erreicht man das Hauptziel in Rüdesheim. Mit der Sesselbahn geht es zum Niederwalddenkmal. Hier wird das nachfolgende Erinnerungsforto gefertigt.

Schulbild der Oberstufe aus dem Jahre 1960

v.l.n.r.: A.Fellenberg, M. Bock, W. Gräf, U. Seifert, B. Hering, Lehrer Tschiggfrey, G. Heinz, U. Kuch, M. Schäfer, G. Steinebach, H. Jung, M. Klee, B. Nöller,

W. Schäfer, H. Nöller, G. Eulberg, F. Heinz, M. Wörsdölrfer, S. Olberts, E. Zirfas, H. Wörsdörfer

 

Volksschule Kölbingen 1960 - Mädchen der Unterstufe

 

Auf Initiative von Pfarrer Willig beginnt die Kirchengemeinde Kölbingen-Möllingen mit dem Neubau der neuen Pfarrkirche "Mariä Heimsuchung" im Ortsteil Möllingen. Am 14. August 1960 ist unter Mitwirkung von Pfarrer Hans Willig (Kölbingen), Pfarrer Löhr (Königstein), Pater Alfons Kolberg (Westerburg), Studienrat Gottfried Kuch (Kölbingen) und Kaplan Manfred Stolte (Salz) die feierliche Grundsteinlegung.

 

 

Im Jahre 1960 gründen in der Bergstraße in Kölbingen Helga und Josef Wüst das Autohaus Wüst.

 

1961

Die DDR-Regierung beginnt mit dem Mauerbau und trennt beide deutsche Staaten durch Mauern, Grenzsperren, Zäunen und Minen. Auch Einwohner aus Kölbingen haben im "anderen" Deutschland Verwandte.

 

 

 

Am 29.10.1961 hat die ehrwürdige Kirche auf dem Schönberg ihre Funktion als Mittelpunkt der Kirchengemeinde an die neuerbaute Kirche zu Möllingen abgegeben. Die alte Orgel in der Schönberger Kirche wird unter Denkmalschutz gestellt.

 

 

 

 

 

 

Ein Hubschrauber setzt am 7. August 1961 das von der Firma Höhn in Kölbingen hergestellte Kreuz auf dem Kirchturm auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 19. August 1961 werden zwei von den drei in Schönberg vorhandenen Glocken nach Möllingen gebracht. Am nächsten Tag werden sie gemeinsam mit einer neuen, von der Pfarrgemeinde gestifteten 24 Zentner schweren Glocke, durch Pfarrer Willig geweiht.

 

 

Am 31. Oktober wir die Kirche durch den Limburger Weihbischof Walter Kampe feierlich konsekriert.

Innenraum der neuen Pfarrkirche in Möllingen

4. Schuljahr 1961

1. Reihe v.l.n.r.: H. Weller, K. Opper, D. Weiand

2. Reihe v.l.n.r.: H. Hering, H. Schäfer, R.Bender

1962

Die Schulkinder schicken jährlich Pakete in die "Ostzone".

 

Im Kalten Winter 1962/63 muss der Unterricht wegen Kälte ausgesetzt werden.

 

In der katholischen Pfarrgemeinde Kölbingen-Möllingen wird ein neues Jugendheim eingeweiht. Damit ist der erste Bauabschnitt vollendet. Der zweite Abschnitt, der Pfarrsaal, soll gebaut werden, sobald die Finanzierung gesichert ist. In dem Jugendheim gibt es nun eine Pfarrbibliothek und Gruppenräume für die Jugendarbeit. Pfarrer Willig, der schon den Bau der neuen Kirche betrieben hat, hatte auch den Bau des Jugendheimes angekurbelt. Bei der Einweihung ist Sozialminister Junglas zugegen, der die Investition in die Jugend als beispielhaft bezeichnet.

 

Der ehrwürdigen Mutter Tiburita aus dem Orden der Schwestern der göttlichen Vorsehung wird in einer Feierstunde im Altersheim von Kölbingen/Möllingen im Auftrag des Bundespräsidenten als Dank und in Anerkennung für ein lebenslanges aufopferndes Wirken das Bundesverdienstkreuz am Bande durch Landrat Lingens verliehen.

1963

Für 2660 DM schafft die Gemeinde 1963 ein Tonfilmgerät an.

 

Der langjährig Lehrer in Kölbingen, Edurad Tschiggfrey wird verabschiedet.

 

Die Lehrerwohnungen entsprechen nicht mehr dem üblichen Standard. Die Gemeinde mietet im Neubau des Berthold Höhn eine Wohnung an, die aber noch nicht bezugsfertig ist. So wird noch schnell in der alten Lehrerdienstwohnung ein Zimmer renoviert.

1964

Im Herbst 1964 sind die Bauarbeiten am neuen Sportplatz abgeschlossen. Dank der Initiative der Gemeinde Kölbingen. unter dem damaligen Bürgermeister Johann Jung, konnte das Projekt verwirklicht werden. Obwohl der neue Sportplatz auf dem Gelände des alten Platzes errichtet wurde, musste man noch einige Grundstücksangelegenheiten regeln, da ansonsten die geforderte Normgröße nicht hätte eingehalten werden können.