Adelsfamilie von Reifenberg:

 

 

Wappen der Adelsfamilie von Reifenberg


Reifenberg (oder Reiffenberg) ist der Name eines deutschen Adelsgeschlechts, das im Westerwald und Taunus ansässig war.

 

Stammsitz derer von Reifenberg war Burg Reifenberg (Errichtung ca. 1215) in Oberreifenberg/Taunus.

 

1331 finden wir die erste urkundliche Erwähnung der Burg Reifenberg. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte sich die Reifenberger Sippe in zwei Linien geteilt: in die Wetterauer (auf der Stammburg Reifenberg verbleibend) und in die Wäller Linie, die sich im Westerwald ansiedelte und sich im 14. Jahrhundert, als Burgmannen der Grafen von Sayn, den am Fuß der Burg Sayn gelegenen Burgmannshof errichtete, der später zum heutigen Schloss Sayn umgebaut wurde.

 

Die „Reifenberger“ waren ein streitbares Adelsgeschlecht und lagen mit vielen in Fehde, auch mit den eigenen Verwandten.

 

Der trinkfeste Hattsteiner Raubritter und Stadtkommandant von Limburg, Friedrich von Hattstein, wird am Pfingstmontag 1363 vor den Toren Limburgs durch einen Reifenberger erschlagen. Noch heute steht er, in Stein gemeiselt, auf der Plötze in Limburg, wo er ein Fass Wein leert.

 

Mit "Kuno dem Älterten", Amtmann von Weltersburg, und seine Nachkommen, entwickelt sich Weltersburg 1384 zum Stammsitz der "Wäller-Linie". Zunächst wohnen sie dort in einer alten Burg. Auch scheinen sie sich in dieser Zeit einen Burgmannssitz in Sayn gebaut zu habe.

 

1527 ist erstmals der Wäller-Zweig der Reifenberger aus Weltersburg in Sayn (heute ein Stadtteil von Bendorf am Rhein) urkundlich nachweisbar.

 

1545 lassen sich die Söhne des Cuno von Reifenberg, Friedrich und Philipp in Sayn nieder und der streitbare und gefürchtete Friedrich stellte sich mit etlichen Fähnlein dem Französischen König Heinrich II in England zur Verfügung.

 

Im Kirchspiel Salz gibt es in Weltersburg ein kleines Renaissance-Schlösschen, das auch Brambacher Schlösschen genannt wird. Es wurde 1552 von Philipp von Reifenberg errichtet und geht später in den Besitz der ebenfalls in Weltersburg ansässigen Familie von Brambach über.

 

Weltersburg

1580 versucht Friedrich von Reifenberg die Burg seiner Vorfahren in Reifenberg zu erobern. Ein zweiter Versuch misslingt 1587. Er wird vom Reichskammergericht verurteilt und muss den Schaden ersetzen. 1591 wird der geächtete Friedrich von Reifenberg wieder vorgeladen, weil er Burg und Ort Reifenberg niedergebrannt hatte. In einem sehr alten Buch finden sich folgende Zeilen: "nur der verwegene jeder Ordnung widerstrebende Sinn des Obersten Friedrich von Reifenberg erklärt diese wiederholten Gewaltstreiche".

 

1595 verstirbt Friedrich von Reifenberg aus der Wäller Linie der „Reifenbergs“. Zeitlebens hatte er versucht die Burg seiner Ahnen in Reifenberg seinen Verwandten aus dem Wetterauer Zweig zu entreißen. Beerdigt ist er in der Abteikirche in Sayn. Das Grab wurde entfernt aber den Grabstein finden wir noch heute im Kreuzgang der Abtei, die Aufschrift lautet wie folgt: „Anno 1595 den 12. May starb der woledel und gestrenge Herr von und zu Reiffenberg der könicklichen Gron Frankreich Oberster der Seel Got Gnadt Amen“.

 

1629 wird Hans Dietrich von Reifenberg aus der Wäller Linie von Kaiser Maximilian I. in den Reichsfreiherrenstand gehoben. Am Kaiserhof in Wien wird Hans Dieter Reifenberg kaiserlicher Hofkriegsrat.

 

Philipp von Reifenberg aus der Wäller Linie erhebt 1687 Anspruch auf das Erbe im Taunus, verliert aber diesen Prozess.

 

Mit dem Tode Anselm Friedrich Anton von Reifenberg 1739 stirbt die Wäller Linie der Reifenberger aus.