Adelsfamilie von Irmtraut:

 

 

 Wappen der Adelsfamilie von Irmtraut


Das Stammschloss Irmtraut der alten ritterbürtigen Familie von Irmtraut (auch Ermtraud, Irmtraud) lag einst in der Grafschaft Nassau-Hadamar.

Nach seinem Stammsitz im Dorf Irmtraut nannte sich das niederadelige Geschlecht von Irmtraut, das mit Heinrich von Irmtraut 1215 erstmals vorkommt und einen schwarzen Bock in Silber im Schild und mit schwarz-silbernen Decken, den Bock aus dem Helm wachsend, im Wappen führt.

 

Die von Irmtraut gehörten schon 1215 zur Burgmannschaft in Westerburg, wo sich am Westhang vor dem Schloss der letzte Sitz des Geschlechts, das Irmtrauter Vasallenhaus, der alte Burgsitz in der Steinkaute, noch erhalten hat. An die Bautätigkeit der von Irmtraut erinnern noch die Jahreszahl an ihrem Wasserschlösschen Langwiesen und ein Frauenwappen von 1657 am Hof Westert.

Langwieser Hof

Hof Westert

Verschwunden sind die Sitze des Geschlechts zu Irmtraut, Härtlingen, Lützelau bei Kroppach, Vallendar und Dieblich. Erhalten haben sich die Grabsteine der von Irmtraut in Schönberg bei Möllingen (1582) und in Dieblich (1610). Die Familien- u. Besitzgeschichte des Geschlechts ist in vielen Einzelheiten erforscht und hinreichend bekannt. Mehrfach waren Männer aus dieser Familie 1220, 1350 und 1408 Vögte in Westerburg. Gerhard Fole war 1351 kölnischer Amtmann in Siegen, Adam 1530 Amtmann zu Hachenburg, Johann 1566 - 1583 Burggraf in der St.-Martinsburg zu Mainz. Manche waren auch Kriegsleute. Ein Adam fiel 1525 in der Schlacht bei Mailand, Philipp Wolf starb 1622 in Emden als Generalquartiermeister der Mansfeldschen Armee. Adem Fole (+1455) war Archidiakon im Stift Dietkirchen. Töchter waren Nonnen zu Seligenstatt, St. Thomas bei Andernach und Beselich. Zur Familie gehörten die beiden letzten reformierten Äbtissinnen von Gnadenthal bei Dauborn 1607 - 1632 und Anna Apollonia (+1660) Äbtissin von Armklara zu Mainz. Als letzter männliche Nachkomme seiner Familie starb Ludwig Wilhelm Heinrich von Irmtraut zu Westerburg in der Steinkaute am 10.3.1741.

 

Die Letzte ihres Geschlechtes vermählte sich mit dem Hofrath u. Obervoigt Justus von Werkamp, dessen Familie aus Burgund stammt und dessen zwei Söhne im Jahre 1793 in den Freiherrenstand erhoben und fortan Wappen und Namen „von Irmtraut“ führen durften und sich fortan Baron Irmtraut genannt hatten.

Grabtafel des Junker Wilhelm von Irmtraut in der alten Pfarrkirche zu Schönberg-Möllingen